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Was ist COPD

Begleiterkrankungen bei COPD verstehen

Du kämpfst nicht nur mit Husten und Atemnot, sondern bemerkst auch andere Beschwerden an deinem Körper? Damit bist du nicht allein. Die COPD ist eine Erkrankung, die oft nicht nur die Lunge betrifft, sondern sich auf den ganzen Körper auswirken kann – insbesondere, wenn eine chronische Entzündung vorliegt. Vor allem das Herz, der Stoffwechsel, die Muskulatur und die Psyche können betroffen sein.

„Ich bin immer zum Checken zum Lungenfacharzt gefahren, weil ich ja zuerst Asthma hatte. Der hat dann immer die Bronchien mit überprüft."
Patient mit COPD

Diese zusätzlichen Erkrankungen, auch Begleiterkrankungen genannt, können die Symptome der COPD verstärken und die Lebensqualität weiter einschränken. Obwohl das Risiko für jeden individuell ist, wird eine ganze Reihe von Erkrankungen häufig im Zusammenhang mit COPD beobachtet, u.a.:1

  • Kardiovaskuläre Erkrankungen

    Zu den häufigsten Beschwerden im Herz-Kreislauf-System zählen der Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und die koronare Herzkrankheit. Da die Lunge und das Herz eng miteinander verbunden sind, wirkt sich eine Lungenerkrankung sehr häufig auch auf die Herzgesundheit aus.

  • Metabolisches Syndrom/Diabetes

    Beim metabolischen Syndrom und Diabetes ist der Stoffwechsel gestört. Dies kann ebenfalls eine Folge einer chronischen Entzündung sein. Da Stoffwechselerkrankungen auf lange Sicht die Blutgefäße schädigen, steigt das sowieso bereits erhöhte Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

  • Adipositas

    Auch ein starkes Übergewicht zählt zu den Stoffwechselstörungen und begünstigt die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem ist es eng mit anderen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes verbunden.

  • Angststörungen und Depression

    Die Belastung der COPD ist nicht nur körperlicher, sondern auch geistiger Natur. Atemnot ist ein Symptom, das zur Grenzerfahrung werden kann. Auch die abnehmende Belastbarkeit führt häufig dazu, dass sich die Betroffenen zurückziehen. Das alles schürt Ängste und kann auch die Entwicklung einer Depression begünstigen.

  • Osteoporose

    Der sogenannte Knochenschwund setzt im Laufe des Lebens bei allen Menschen mehr oder weniger stark ein. Bei COPD-Patienten verläuft der Abbau der Knochendichte jedoch deutlich stärker als bei gesunden Menschen.

  • Muskelschwäche

    Die entzündlichen Vorgänge im Körper beeinflussen auch die Muskeln. Muskelfasern und deren Nervenzellen gehen verloren. Lunge und Herz werden bei einer COPD zudem außergewöhnlich stark belastet. Sie benötigen daher deutlich mehr Energie, als dies bei gesunden Menschen der Fall ist. Diese bezieht der Körper bei Bedarf aus den Muskeln, sodass die Muskelmasse abnimmt. Viele Betroffene beschränken ihre Bewegung aufgrund der Atemnot auch auf ein Minimum. Das ist zwar verständlich, fördert jedoch die Muskelschwäche zusätzlich.

  • Lungenkarzinom

    Viele Betroffene mit COPD sind Raucher bzw. ehemalige Raucher oder waren als Passivraucher vermehrt Tabakrauch ausgesetzt. Das zieht ein erhöhtes Risiko für ein Lungenkarzinom nach sich. Man hat festgestellt, dass bis zu 70 % der Patienten mit einem Lungenkarzinom eine COPD hatten.2

  • Asthma

    Auch Asthma kann neben COPD auftreten. Finde mehr Informationen dazu im Artikel COPD vs. Asthma

    Mehr dazu

Warum entstehen Begleiterkrankungen?

Im Falle der COPD können die Auswirkungen auf den gesamten Körper erheblich sein. Das liegt daran, dass das gesamte Atmungssystem in Mitleidenschaft gezogen wird. Dadurch kann die kontinuierliche und ausreichende Versorgung des Körpers mit Sauerstoff nicht sichergestellt werden. Doch der Sauerstoff wird u.a. benötigt, um die gesamten Stoffwechselprozesse im Körper aufrechtzuerhalten. Nur mit Hilfe des Sauerstoffs wird jede einzelne Zelle des Körpers ausreichend mit Energie versorgt.

Bei der COPD kann dieser Prozess nicht reibungslos ablaufen. Auch der Abtransport von Kohlendioxid erfolgt über das Atmungssystem. Läuft dieses nicht reibungslos ab, verbleibt das Toxin im Körper. Der Körper ist geschwächt, was weitreichende Folgen wie die unterschiedlichen Begleiterkrankungen haben kann.2 Die Folgeerkrankungen können jedoch auch die COPD und deren Symptomkontrolle negativ beeinflussen.

Damit die Lebensqualität nicht weiter eingeschränkt wird, sollten Begleiterkrankungen daher so früh wie möglich diagnostiziert und effektiv behandelt werden. Daher gilt: Veränderungen bei den Symptomen oder im Gefühlsleben zeitnah mit dem Arzt besprechen.

Faktoren, die die Entstehung von Begleiterkrankungen fördern sind u.a.:2

Icon Uhr

Chronische Entzündung


Die u.a. bei der COPD zugrundeliegende Entzündung ist nicht nur auf die Lunge beschränkt, sondern beeinflusst auch andere Organe negativ.

Icon Profil Atemwege

Gestörtes Atmungssystem


Der reduzierte Gehalt an Sauerstoff und erhöhtes Kohlendioxid beeinträchtigen die Körperfunktionen. Darüber hinaus werden die Atmung und das Herz deutlich mehr beansprucht, um die Störung auszugleichen.

Icon Zigarette

Rauchen


Einer der Gründe für die Entstehung einer COPD ist auch Risikofaktor für viele weitere Erkrankungen, wie beispielsweise dem Lungenkarzinom.

Darüber hinaus können auch der natürliche Alterungsprozess, körperliche Inaktivität, ungesunde Ernährung, Übergewicht und bestimmte Medikamente die Entstehung von Begleiterkrankungen begünstigen. 

Psychische Belastung – eine unsichtbare Begleiterkrankung 

Eine chronische Erkrankung wie COPD ist immer eine doppelte Belastung: Sie fordert nicht nur deinen Körper, sondern stellt auch deinen Alltag auf den Kopf. Arzttermine organisieren, Medikamente managen und gleichzeitig mit den Symptomen leben – all das kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Besonders die ständige Angst vor der nächsten Atemnot wiegt schwer auf der Seele.

Diese dauerhafte Anspannung kann dazu führen, dass sich eigenständige psychische Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen als Begleiterkrankung entwickeln. Wichtig ist: Das ist keine persönliche Schwäche, sondern eine natürliche Reaktion auf die schwere Belastung. Deine seelische Gesundheit ist genauso wichtig wie deine körperliche und verdient die gleiche Aufmerksamkeit. Es gibt Hilfe, um die Belastung durch die COPD und ihre Begleiterkrankungen zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern. Wusstest du, dass Betroffene, die offen über ihre COPD-Probleme sprechen, eine deutlich bessere Lebensqualität haben als Menschen, die im Stillen leiden?3 Trau dich, mit deinem Arzt darüber zu sprechen!

Bei diesen Anlaufstellen kann dir geholfen werden: 

Begleiterkrankungen effektiv begegnen

Je früher eine Begleiterkrankung festgestellt wird, umso besser lässt sie sich behandeln. Dafür ist es unter Umständen notwendig, einen weiteren spezialisierten Behandler mit ins Boot zu holen. Eine offene Kommunikation mit deinem Arzt, regelmäßige Kontrollen, die Einhaltung des Therapieplans sowie ein wachsames Auge auf deine Symptome helfen nicht nur, die COPD so gut wie möglich zu behandeln. So können auch mögliche Begleiterkrankungen früh erkannt und zeitnah gegengesteuert werden. 

Darüber hinaus kannst du noch mehr tun, um Begleiterkrankungen vorzubeugen oder sie positiv zu beeinflussen:

  • Raucherentwöhnung
  • Regelmäßige Bewegung
  • Ausgewogene Ernährung
  • Symptomtagebuch führen
  • Übersicht mit den wichtigsten Befunden, Beurteilungen und Informationen bereitstellen

Deine verordnete Therapie ist der wichtigste Baustein, um das Fortschreiten deiner COPD zu verlangsamen und deine Lebensqualität zu erhalten. Manchmal können wirksame Medikamente, die über lange Zeit eingenommen werden, jedoch auch andere Bereiche des Körpers beeinflussen. So kann eine Dauertherapie mit Kortison beispielsweise das Risiko für Knochenschwund (Osteoporose) verändern. Dein Behandlungsteam hat dies jedoch im Blick und wägt den großen Nutzen der Therapie gegen mögliche Risiken sorgfältig ab. 

Traue dich, deine Ärztin oder deinen Arzt auf Sorgen anzusprechen – ob bei Symptomveränderungen, Hinweise auf Begleiterkrankungen oder mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten.

Wichtig:
Falls Begleiterkrankungen auftreten, sollten sie nie ohne ärztliche Absprache behandelt oder COPD-Medikamente abgesetzt werden. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, wie COPD und Begleiterkrankungen möglichst effektiv und risikoarm behandelt werden können.

NP-DE-CPU-WCNT-250013, Okt25