Therapie
Rauchentwöhnung
Der Weg in ein rauchfreies Leben mit COPD
Der Satz „Sie müssen mit dem Rauchen aufhören“ ist oft einer der ersten, den man nach der COPD-Diagnose hört. Viele fühlen sich davon überfordert, haben Angst, ein Stück Lebensqualität aufzugeben oder denken: „Das schaffe ich niemals.“ Diese Gefühle sind völlig normal und verständlich. Doch auch, wenn es manchmal mehrere Anläufe braucht – der Rauchstopp lohnt sich!
Ein erfolgreicher Rauchstopp bedeutet nicht nur Verzicht. Er wirkt sich oft positiv auf das Wohlbefinden, das Stresslevel und die allgemeine Stimmung aus.1
Rauchstopp bei COPD: Ein Geschenk an die eigene Gesundheit
Der Abschied von der Zigarette ist eine große Herausforderung, aber auch ein großes Geschenk an die eigene Gesundheit. Denn der vollständige Rauchstopp ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um das Fortschreiten der COPD zu verlangsamen und die Lebensqualität zu verbessern. Er ist ein zentraler Baustein der Behandlung, um den größten Risikofaktor aktiv anzugehen.2 Die positiven Effekte sind oft schneller und deutlicher spürbar, als man vielleicht denkt. Dazu gehören:
Mehr Luft zum Atmen:
Nach dem Rauchstopp kann sich die Lungenkapazität verbessern.3 Die Lunge beginnt, sich zu erholen und Betroffene bekommen wieder mehr Puste für die Dinge, die ihnen wichtig sind.
Weniger Symptome im Alltag:
Der ständige Husten, der Auswurf und die Atemnot – die typischen Symptome der COPD – können sich spürbar bessern.
Geringeres Risiko für Krankenhausaufenthalte:
Ein Rauchstopp senkt nachweislich die Häufigkeit von akuten Verschlechterungen (Exazerbationen) und damit auch das Risiko für Krankenhausaufenthalte.4
Mehr Jahre zum Leben:
Es ist nie zu spät, aufzuhören. Auch wer erst mit 55 oder 65 Jahren den Rauchstopp schafft, gewinnt wertvolle Lebensjahre zurück.5
Mehr Glück im Leben:
Fast 70 % aller Ex-Raucher berichten, dass sie nach dem Rauchstopp glücklicher sind als zuvor.1
Kostenersparnis:
Durch den Rauchstopp spart man auch eine Menge Geld! Rechne doch einmal nach, was du dir leisten könntest, wenn du Ausgaben für Zigaretten einsparst. Besuche den kostenfreien Ersparnisrechner von rauchfrei-info.de:
Wie stark ist die Abhängigkeit?
Mit dem Rauchen aufzuhören, ist nie leicht. Der Fagerström-Test kann helfen, die Stärke der körperlichen Nikotinabhängigkeit einzuschätzen und sich entsprechend auf die Rauchentwöhnung vorzubereiten. Dieser wissenschaftlich anerkannte Fragebogen ist eine gute Grundlage für das Arztgespräch. Mache jetzt den Test und bringe die Ergebnisse zu deinem nächsten Termin mit!
Drei Schritte zum Erfolg: Finde deinen persönlichen Weg
Es gibt nicht den einen richtigen Weg aus der Sucht, sondern nur den persönlichen. Rauchentwöhnung kann für jeden Menschen unterschiedlich aussehen. Wichtig ist, dass du den Weg findest, der für dich und deine Lebensgewohnheiten am besten funktioniert. Diese drei Schritte helfen dir dabei, deine eigene Strategie zu finden.
Finde dein persönliches „Warum“
Was ist deine stärkste Motivation? Schreibe alle Vorteile auf, die dir einfallen. Mach es so konkret wie möglich und behalte es auf deiner Reise im Blick. Ein persönliches, emotionales Ziel ist der stärkste Antrieb.
Den Ausstieg planen
Die sogenannte Schluss-Punkt-Methode ist wissenschaftlich erwiesen die effektivste.6 Lege ein verbindliches Datum für deine letzte Zigarette fest. Dieser geplante und gut vorbereitete Ausstieg hat die höchsten Erfolgschancen.
Unterstützung annehmen
Bitte dein persönliches Umfeld um Unterstützung und nutze professionelle Hilfsangebote – sie können die Erfolgschancen deutlich erhöhen. Ein guter Startpunkt ist das Online-Ausstiegsprogramm von rauchfrei-info.de, das dich Tag für Tag begleitet.
Hilfe zur Rauchentwöhnung: Unterstützung annehmen
Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über den Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die dir den Weg erleichtern können.
E-Zigarette, Tabakerhitzer & Co. – keine harmlosen Alternativen
E-Zigaretten und Tabakerhitzer werden oft fälschlicherweise als gesündere Alternative wahrgenommen. Doch dieser Eindruck täuscht. Führende medizinische Fachgesellschaften warnen vor den Risiken.
Position der Lungenärzten:
Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) spricht sich klar gegen den Einsatz von E-Zigaretten aus – sowohl als Mittel zur Rauchentwöhnung als auch zur reinen Schadensminderung („harm reduction“). Stattdessen empfiehlt sie wissenschaftlich geprüfte und in Leitlinien verankerte Maßnahmen für einen erfolgreichen Rauchstopp.8
Das Inhalieren des Dampfes (Aerosols) von E-Zigaretten oder Tabakerhitzern birgt gesundheitliche Risiken, deren ganzes Ausmaß noch nicht abgeschätzt werden kann. Der Dampf enthält oft Nikotin sowie einen Mix aus Substanzen mit entzündungsfördernden und gefäßschädigenden Eigenschaften.
E-Zigaretten und Tabakerhitzer bergen ein hohes Suchtpotenzial. Sie transportieren Nikotin besonders schnell ins Gehirn, was das Risiko für eine dauerhafte Abhängigkeit deutlich erhöht. Bislang gibt es keine wissenschaftlichen Beweise, ob E-Zigaretten ein geringeres Gesundheitsrisiko bergen.9
In der Praxis führt der Gebrauch oft nicht zu einem vollständigen Rauchstopp. Im Gegenteil, die Mehrheit der Nutzer von E-Zigaretten – in der Regel 60 bis 80 Prozent – raucht parallel weiterhin herkömmliche Zigaretten, ohne deren Konsum signifikant zu reduzieren. Dieses als "Dual Use" bekannte Verhalten erhält die Nikotinabhängigkeit aufrecht, anstatt sie zu beenden.9
Risiken von Zigaretten und Tabakerhitzern auf einen Blick:9
- Herz- und Lungenrisiko: Studien deuten auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und obstruktive Lungenerkrankungen durch E-Zigaretten hin.
- Gefahr für junge Menschen: Gerade Jugendliche haben durch E-Zigaretten ein erhöhtes Risiko, eine Nikotinabhängigkeit zu entwickeln und später zu Tabakzigaretten zu greifen.
- Warnung vor „Dual Use“: Vom kombinierten Konsum von E-Zigaretten und normalen Zigaretten wird wegen der höheren Gesundheitsschädlichkeit dringend abgeraten.
Pfeife, Zigarren & Shisha:
Auch der Glaube, das „Paffen“ von Rauch sei ungefährlich, ist ein Irrtum. Selbst wenn der Rauch nicht tief inhaliert wird, schädigt er die Schleimhäute in Mund und Rachen und erhöht so das Risiko für Krebserkrankungen in diesem Bereich.9
Umgang mit Rückfällen: Wieder aufstehen ist Teil des Weges
Fast jeder, der mit dem Rauchen aufhört, kennt Rückschläge. Das ist normal und kein persönliches Scheitern. Wichtig ist, wie du damit umgehst und was du daraus lernen kannst.
- Sei nachsichtig mit dir: Ein Rückfall bedeutet nicht, dass du es nie schaffen wirst. Sieh ihn als eine Etappe auf deinem Weg und sei nicht zu streng mit dir selbst.
- Finde den Auslöser: Analysiere die Situation. Was hat den Rückfall ausgelöst? War es Stress, eine bestimmte Gewohnheit, ein Ort oder Langeweile?
- Lerne aus dem Rückfall: Wenn du deine Auslöser kennst, kannst du lernen, künftig besser damit umzugehen und neue Strategien entwickeln.
- Hol dir Unterstützung: Sprich offen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über den Rückfall oder rufe bei einer Beratungshotline an, um dir neue Impulse zu holen.
- Bewege dich: Körperliche Aktivität kann Entzugssymptome lindern und motiviert dich, am Ball zu bleiben.
Der Rauchstopp ist ein wichtiger Faktor für deine Lebensqualität. Doch es gibt noch mehr, was du tun kannst, um dein Wohlbefinden zu verbessern! Lerne mehr über eine aktive Lebensweise und das Leben mit COPD:
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