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Was ist COPD

COPD Schweregrade 

Vier Buchstaben und alles ist klar? Nein, mit der Diagnose COPD sind noch längst nicht alle Fragen geklärt und alle Unsicherheiten beseitigt. Eine lange Liste medizinischer Fachbegriffe, unklare Prognosen und Ängste um eine unsichere Zukunft können schnell überfordern.

„Ich war etwas ratlos und nachdenklich."
Patient mit COPD

Ein erster wichtiger Schritt, um in diesem Wirrwarr aus Informationen wieder Orientierung zu finden, ist das Gespräch über deinen persönlichen COPD-Schweregrad. Sprich deinen Arzt aktiv darauf an. Um spätere Verwechslungen oder Verwirrungen zu vermeiden, kann es auch sinnvoll sein, dir den Befund des Schweregrades schriftlich mitgeben zu lassen – zum Beispiel in einem Arztbrief. Dieser Wert ist wie ein Kompass: Er zeigt, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist und hilft euch beiden dabei, die bestmögliche Behandlung für dich zu planen und deine Lebensqualität gezielt zu schützen.

GOLD für die Lunge

Im Fall der COPD ist Schweigen nicht Gold. Ganz im Gegenteil. Der Schweregrad der Erkrankung sollte im Arztgespräch unbedingt besprochen werden. Er wird nach der GOLD-Initiative (Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease / Globale Initiative für chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) in vier Stufen eingeteilt:1

 Schweregrad

GOLD-Stadien

Charakteristik

Leicht COPD Gold 1 Lungenfunktion (FEV1): ≥ 80 % des Sollwertes
Mittelschwer COPD Gold 2 Lungenfunktion (FEV1): 50-79 % des Sollwertes
Schwer COPD Gold 3 Lungenfunktion (FEV1): 30-49 % des Sollwertes
Sehr schwer COPD Gold 4 Lungenfunktion (FEV1): < 30 % des Sollwertes

Anhand des Lungenfunktionswerts FEV1 kann abgeleitet werden, wie stark die Bronchien der Betroffenen bereits verengt sind. FEV1 steht dabei für “forciertes exspiratorisches Volumen” und ist das Volumen, das innerhalb einer Sekunde unter maximaler Atemanstrengung ausgeatmet werden kann. Dieser Wert wird mit Hilfe der Spirometrie (Lungenfunktionstest) erhoben und mit dem individuellen Sollwert der Patientin/des Patienten abgeglichen. Der individuelle Sollwert wird vom Arzt anhand des Alters, Geschlechts und der Größe der Betroffenen berechnet. Je nach Abweichung kann dann die Einteilung in das entsprechende Stadium vorgenommen werden. 

Das ABC der COPD

Neben der Einteilung auf Grundlage der Lungenfunktion nutzen viele Ärzte auch das ABE-Schema. Dieses richtet sich nach den Symptomen und dem Exazerbationsrisiko, also dem Risiko, dass sich die Symptome plötzlich verschlimmern.1 Häufig werden beide Klassifikationen kombiniert. Denn von der Lungenfunktion lässt sich nicht gut auf die Lebensqualität der Betroffenen schließen. Symptome und Verschlechterungen (Exazerbationen) sind hierfür wichtige Faktoren.

Gruppe A

  • wenig Symptome (CAT < 10; mMRC 0-1)
  • maximal eine Exazerbation im letzten Jahr, die nicht im Krankenhaus behandelt werden musste

Gruppe B

  • mehr Symptome (CAT ≥ 10; mMRC ≥ 2)
  • maximal eine Exazerbation im letzten Jahr, die nicht im Krankenhaus behandelt werden musste

Gruppe E

  • Symptome unerheblich
  • ≥ 2 Exazerbationen pro Jahr oder ≥ 1 Exazerbation, die im Krankenhaus behandelt werden musste

Früher wurden hier auch die Gruppen C und D verwendet. Diese Einteilung ist nach den aktuellen Leitlinien aber nicht mehr üblich. Sollte bei dir eine ältere Diagnose mit einer dieser Gruppen vorliegen, ist es sinnvoll, dies mit deinem Arzt zu besprechen.

Beurteilt wird das Ausmaß der Symptome und die Zahl der Exazerbationen in den letzten zwölf Monaten. Dafür kommen spezielle Fragebögen zur Anwendung. Ein Beispiel ist der CAT (COPD Assessment Test / COPD-Einschätzungstest), der die Auswirkungen der COPD auf die Lebensqualität misst. Ein weiteres Instrument ist die mMRC-Skala (modifizierte Medical Research Council Dyspnoe-Skala), eine Skala zur Einordnung der Atemnot und funktionellen Beeinträchtigung der Atmung.

„Alle 6 Monate eine Lungenkontrolle beim Lungenarzt, auch mit Röntgen.“
Patient mit COPD

Gut zu wissen

Warum ist die Schweregradeinteilung bei der COPD so wichtig? Davon hängen sowohl die Prognose als auch die optimale Behandlung ab. Um die Entwicklung der Erkrankung und Wirksamkeit der Therapie im Blick zu behalten, sollte zudem eine regelmäßige Kontrolle des Schweregrads erfolgen.

Du möchtest eine erste Einschätzung deiner Symptome und dich gut auf den Besuch bei dem Arzt vorbereiten? Lerne deine Symptomatik im kostenlosen CAT-Fragebogen besser kennen und bring die Ergebnisse zu deinem nächsten Termin mit. 

Bild Fragebogen

Für jeden Schweregrad die richtige Strategie

Die Einteilung in einen Schweregrad kann zunächst verunsichern. Doch sie ist vor allem eines: der Schlüssel zu einer gezielten Behandlung, die genau auf dich zugeschnitten ist. Egal, in welchem Stadium sich deine COPD befindet, es gibt wirksame Wege, die Krankheit in den Griff zu bekommen und ein aktives Leben zu führen. Lerne hier die verschiedenen Behandlungsoptionen kennen.

Behandlung von COPD 
Medikamente & Wirkstoffe

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