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Leben mit Asthma

COPD im Alltag

Jeder Atemzug ist wertvoll, insbesondere dann, wenn tiefes Einatmen nicht mehr selbstverständlich ist. Betroffene mit COPD kennen die Momente, in denen die Luft knapp wird und selbst kleine Aufgaben zu Herausforderungen werden. Allen Hürden zum Trotz gibt es Wege, den Alltag zu meistern, Kraft zu schöpfen und die Lebensfreude zu bewahren. Mit Geduld, der richtigen Unterstützung und einem Blick für das, was möglich ist, können Patienten das bewahren, was zählt: Lebensqualität, Selbstvertrauen und Hoffnung.

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Stelle die Selbstfürsorge in den Mittelpunkt. Dazu gehört beispielsweise, seine Symptome im Blick zu behalten und sich rechtzeitig Unterstützung zu suchen – sowohl körperlich als auch psychisch.

Du willst deine Symptome im Blick behalten? Der kostenlose Fragebogen hilft dir sowohl bei einer ersten Einschätzung als auch bei der langfristigen Beobachtung deiner Symptome. Fülle ihn einfach und bequem zu Hause aus und bringe ihn zu deinen Arztterminen mit. 

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Grundlagen für deine Lebensqualität 

Nimm dein Wohlbefinden selbst in die Hand. Deine Lebensqualität bei COPD ruht auf vier starken Säulen, die du aktiv gestalten kannst. Dazu gehören der richtige Umgang mit deiner Behandlung, Bewegung, Ernährung und der konsequente Verzicht auf das Rauchen.

Klicke auf die Begriffe und entdecke, wie du diese vier Grundpfeiler in deinem Alltag stärken kannst.

  • Behandlungsmanagement

    Um das Fortschreiten der COPD möglichst auszubremsen und die Symptomlast zu minimieren, ist ein optimales Behandlungsmanagement unumgänglich. Dafür ist es notwendig, die Medikation regelmäßig an die jeweilige Situation anzupassen. Noch viel wichtiger ist es jedoch, dass sich die Betroffenen auch an ihren Behandlungsplan halten und die Medikamente wie verordnet einnehmen. Sollten sich die Symptome verändern oder Nebenwirkungen auftauchen, sollte umgehend Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. Auf keinen Fall sollte die Medikation eigenmächtig abgesetzt werden – auch dann nicht, wenn sich die Situation deutlich verbessert hat.

  • Bewegung und Lungensport

    Sport und Atemnot – das klingt für dich wie ein Widerspruch? Diese Sorge ist verständlich und du bist damit nicht allein. Doch genau hier setzt der Lungensport an: Er ist kein Leistungssport, sondern ein gezieltes Training, das speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit COPD zugeschnitten ist. In Gruppen und unter professioneller Anleitung lernst du, dich sicher zu belasten, ohne dich zu überfordern. Du stärkst nicht nur deine Atem- und Körpermuskulatur, sondern gewinnst vor allem Vertrauen in deinen eigenen Körper zurück. Und keine Sorge: Lungensport ist moderner, als du vielleicht denkst, und kann sogar Spaß machen.

    Erfahre hier mehr über einen aktiven Lebensstil.

    Sprich deinen Arzt aktiv auf eine Verordnung für Lungensport an. Gruppen in deiner Nähe findest du zum Beispiel bei der AG Lungensport in Deutschland e.V.

  • Ernährung

    Auch die Ernährung kann bei COPD eine Rolle spielen. Sowohl Untergewicht als auch Übergewicht gilt es zu vermeiden. Das ist jedoch nicht immer so einfach, da der Körper zum einen aufgrund der Erkrankung einen höheren Bedarf an Nährstoffen und Energie hat. Denn durch die eingeschränkte Atmung ist auch die Versorgung mit Sauerstoff reduziert. Dies zieht eine eingeschränkte Nährstoffversorgung nach sich. Zum anderen können ein Rückgang der Muskulatur und Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes das Gewichtsmanagement beeinflussen. Die Ernährung sollte daher ausgewogen und auf die individuelle Situation angepasst sein.3

  • Raucherentwöhnung

    Eine Raucherentwöhnung ist ein wichtiger Faktor für die Lungengesundheit und damit auch für dein körperliches Wohlbefinden. Sie verbessert die Behandlung der COPD und senkt gleichzeitig das Risiko für Begleiterkrankungen. Auf diese Weise können die Symptome, Lebensqualität, Komplikationen und nicht zuletzt die Lebenserwartung verbessert werden.4,5

    Mit dem Rauchen aufhören ist natürlich gar nicht so einfach! Folgende Hilfsangebote unterstützen dich dabei: 

COPD-Symptome im Alltag bewältigen

Du legst mit Rauchstopp, Behandlung, Bewegung und der richtigen Ernährung bereits das wichtigste Fundament für mehr Lebensqualität. Und trotzdem wird es Tage geben, an denen die Luft knapp wird und selbst kleine Aufgaben zur Herausforderung werden. Dieses Gefühl, vom eigenen Körper ausgebremst zu werden, ist frustrierend. Genau für diese Momente kannst du Techniken erlernen, mit denen du die tägliche Symptomlast besser meistern kannst.

Um den Alltag entspannt zu gestalten, sollten Aktivitäten gut geplant werden. So vermeidet man Stress und unliebsame Überraschungen. Auch ein Energie-Management kann helfen, Überforderung zu vermeiden. Das sogenannte Pacing ist ein Werkzeug zur Selbstregulierung, bei dem es um ein Gleichgewicht aus zu erledigenden Aufgaben und Ruhezeiten geht. Wer sich überanstrengt, läuft Gefahr zu ermüden und die COPD-Symptome können sich verschlechtern.

Illustration ärztliche Untersuchung bei Erkältungssymtomen

Da nicht jeder Tag gleich ist, sollte ein Gefühl für den Körper entwickelt werden. Welches Tempo ist heute richtig? Wie viel kann ich heute leisten? Wie viele Ruhepausen benötige ich heute? Die passende Kombination aus richtigem Tempo, Aktivität und Ruhe – angepasst an das aktuelle Energielevel – ist entscheidend. Darüber hinaus können Hilfsmittel den Alltag leichter gestalten. Das fängt bei medizinischen Hilfsmitteln wie Atemtherapiegeräten oder Aufstehhilfen an und hört bei Hilfsmitteln für den Haushalt noch lange nicht auf. Lerne jetzt mehr über den Umgang mit Symptomen wie Atemnot, Schlafstörungen und Stress – klicke auf die untenstehenden Begriffe.

  • Verhalten bei Atemnot

    Akute Atemnot ist beängstigend. Daher ist es wichtig, sich gut auf den Ernstfall vorzubereiten. Die Anwendung bestimmter Techniken kann hierbei hilfreich sein.2

    • Lippenbremse
      Lege für die Lippenbremse oder „dosierte Lippenbremse“ die Lippen locker aufeinander. Lass die Luft beim Ausatmen langsam durch die Lippen ausströmen. Durch gleichmäßiges und konstantes Ausatmen sollen die Atemwege offener bleiben und so das Atmen erleichtern. Vermeide dabei, extra viel Luft einzuatmen.
    • Kutschersitz
      Bei erschwerter Atmung kann es den Atemmuskeln helfen, sich hinzusetzen. Im Kutschersitz beugt man sich dabei nach vorne und stützt die Unterarme auf den Oberschenkeln oder einer Tischplatte ab.
    • Torwart-Stellung
      Eine ähnliche Haltung wie den Kutschersitz kannst du mit der Torwart-Stellung auch im Stehen durchführen. Gehe dabei leicht in die Knie, beuge dich nach vorne und stütze die Hände auf den Oberschenkeln ab. Dabei werden die Schultern nach oben gedrückt.
    • Abstützen
      Im Stehen kannst du auch stabile Gegenstände oder eine Wand zur Hilfe nehmen. Stütze dich dafür zum Beispiel an einem Tisch oder Stuhl mit beiden Armen ab, um die Schultern nach oben zu drücken. Bei einer Wand stützt du dich am besten mit einer Hand an der Wand und der anderen an der Taille ab. Auch dabei werden die Schultern nach oben gedrückt.


    Mehr Informationen über akute Verschlechterungen bei COPD findest du im Artikel „Verschlechterung (Exazerbation)“.

  • Schlafstörungen

    Aufgrund des nächtlichen Sauerstoffmangels leiden viele COPD-Erkrankte unter Schlafstörungen. Dieser sollte – ebenso wie nächtlicher Husten – so gering wie möglich gehalten werden. Hierfür können sogenannte Melatoninrezeptoragonisten oder eine Sauerstofftherapie in Frage kommen.6

  • Stressmanagement & Wohlbefinden

    Stress ist Gift für den Körper. Ist dieser durch eine chronische Erkrankung geschwächt, machen sich die Folgen doppelt bemerkbar. Daher sollten Maßnahmen ergriffen werden, um die Stressbelastung zu reduzieren. Dabei können u.a. die Etablierung von Ritualen sowie konkrete Übungen wie Achtsamkeitsübungen, Yoga oder Atemtechniken helfen. Auch regelmäßige Auszeiten für die Regeneration unterstützen das Selbstmanagement und reduzieren den Stress.

Tipp

Sprich auch offen mit deinem Arzt über die Herausforderungen in deinem Alltag. Gemeinsam könnt ihr Angebote finden oder Strategien entwickeln, die dich unterstützen.

Mentale Gesundheit

„Da ging es mir wirklich dreckig, alles ist über meinem Kopf zusammengebrochen. Da war viel Verzweiflung und Angst!"
Patient mit COPD

Neben der körperlichen ist auch die psychische Belastung herausfordernd. Für die körperlichen Beschwerden ist dein Arzt der richtige Ansprechpartner. Doch auch bei psychischer Belastung solltest du dir Unterstützung suchen. Hier findest du einen kurzen Überblick über Hilfsangebote: 

  • In psychischen Krisen unterstützt dich unter anderem die kostenlose Telefonseelsorge unter 0800 1110111 oder 0800 1110222. 
  • Gesundheitsinformation.de bietet neben vielen weiteren Informationen rund um psychische und physische Gesundheit einen Leitfaden „Wege zur Psychotherapie: Wo gibt es Hilfe?“.
  • Auch die Bundesregierung bietet Hilfe. Zum Beispiel mit ihrer Broschüre „Psychologische Beratung hilft“. 
  • Die Datenbank ROTE ADRESSEN von NAKOS bieten Kontakte zur Selbsthilfeunterstützung in deiner Region. 
  • Junge Betroffene finden im Portal für junge Selbsthilfe Hilfsangebote, die ihrem Alter und ihren Anforderungen entsprechen.


Unterschätze die Kraft deines persönlichen Umfelds nicht! Deine Angehörigen und Freunde können häufig die größte Hilfe im Alltag sein. Das reicht von praktischer Unterstützung bis hin zu emotionaler Nähe und einer Schulter zum Anlehnen. Ein offener Umgang von Seiten des Betroffenen über Bedürfnisse und Herausforderungen hilft, Verständnis für die Situation zu schaffen. So wissen deine Angehörigen genau, wie sie in der jeweiligen Situation reagieren sollten. 

Alltag mit COPD organisieren

Es sind nicht nur die Symptome, die das Leben mit COPD ganz schön durcheinanderbringen können. Arzttermine, Medikamente und andere organisatorische Aufgaben müssen neu gelernt und in den Alltag integriert werden. Diese Punkte können dir helfen, deinen Alltag besser zu organisieren:

  • Medikamente & Inhalatoren rechtzeitig in der Apotheke besorgen oder einen Lieferservice nutzen.
  • Therapieplan einhalten und die verordneten Medikamente regelmäßig und dauerhaft einnehmen – auch an guten Tagen.
  • Arzttermine koordinieren, vor allem zwischen Hausarzt und Lungenfacharzt, und diese konsequent wahrnehmen.
  • Fahrdienste & Unterstützung für Termine organisieren, falls Wege zu beschwerlich werden.
  • Tägliche Abläufe anpassen, z.B. mehr Zeit für lange Wege einplanen.
  • Zeit für dich einplanen, um mit Atemübungen oder Entspannungstechniken bewusst Kraft zu schöpfen.

Tipp

Bestimme eine Vertrauensperson, die für dich Rezepte abholen darf und dich bei wichtigen Arztgesprächen begleiten kann. Hierfür kannst du in der Arztpraxis eine schriftliche Vollmacht hinterlegen.

Die Organisation deines Alltags mit COPD kann sich gerade am Anfang wie eine große Last anfühlen. Doch du wirst sehen, dass sich viele Abläufe mit der Zeit einspielen und zur Routine werden. Patientenorganisationen wie die Deutsche Atemwegsliga e.V. bieten wertvolle Informationen, Austausch und Unterstützung, um deinen eigenen Weg im Umgang mit der Erkrankung zu finden.


Reisen

Grundsätzlich sind Reisen auch für COPD-Betroffene möglich. Die Urlaubsregion sowie die Unternehmungen sollten jedoch an das Stadium der Erkrankung und das körperliche Leistungsvermögen angepasst werden. Dafür ist es ratsam, den Urlaub langfristig und in Rücksprache mit dem Arzt zu planen. Neben einem Gesundheitscheck müssen auch die benötigten Medikamente und Dokumente geplant und organisiert werden. Sicherheitshalber sollte bei Reisen ins Ausland zudem mit der Krankenkasse Rücksprache gehalten werden, welche Leistungen versichert sind.

Bereit für die Reise? 

Die kompakte Reise-Checkliste hilft dir, an alle wichtigen Dokumente, Medikamente und Vorkehrungen zu denken. Lade dir die Checkliste herunter und starte sicher und gut vorbereitet in den Urlaub.

Zur Checkliste

Unterstützung im Alltag: Sozialleistungen bei COPD

Wenn die COPD fortschreitet und die Belastbarkeit im Alltag abnimmt, stellen sich oft Fragen zur beruflichen, sozialen und finanziellen Zukunft. Du bist mit diesen Sorgen nicht allein. Es gibt ein Netz an Unterstützungsangeboten, das dir helfen kann.

Je nach deiner persönlichen Situation und dem Schweregrad deiner Erkrankung kommen verschiedene Leistungen in Frage:

  • Rehabilitation (Reha)
  • Krankengeld bei längerer Arbeitsunfähigkeit
  • Versorgung mit Hilfsmitteln (z.B. mobile Sauerstoffgeräte, Rollator)
  • Beantragung eines Schwerbehindertenausweises (Grad der Behinderung)
  • Beantragung eines Pflegegrades und Pflegegeld
  • Möglichkeiten der ambulanten Versorgung

Hilfe direkt im Krankenhaus

Besonders nach einer schweren Verschlechterung (Exazerbation), die im Krankenhaus behandelt werden muss, steht dir der Sozialdienst der Klinik zur Seite. Die Sozialarbeiter dort beraten dich zu vielen Themen und können dich direkt bei der Beantragung von Sozialleistungen wie einer Reha oder einem Pflegegrad unterstützen.

Sprich dein behandelndes Team im Krankenhaus einfach darauf an.

Wenn Pflege ein Thema wird

Wenn die COPD so weit fortgeschritten ist, dass die alltägliche Selbstversorgung schwerfällt, kann eine professionelle Pflege eine wichtige Entlastung für dich und deine Angehörigen sein.

  • Beratungsstellen vor Ort: Eine Datenbank des Zentrums für Qualität in der Pflege hilft dir, kostenlose Beratungsstellen in deiner Nähe zu finden.
  • Telefonische Auskunft: Das Pflegetelefon des Bundesfamilienministeriums erreichst du unter der Nummer 030 20179131.
  • Sozialrechtliche Beratung: Informationen zu Pflege, Rente und Gesundheitsversorgung bietet der Sozialverband VdK Deutschland e. V.  

Vorausschauend planen: Vorsorgevollmacht & Patientenverfügung

Es ist ein beruhigendes Gefühl, wichtige Entscheidungen selbstbestimmt zu regeln. Mit einer Vorsorgevollmacht und einer Patientenverfügung legst du fest, wer für dich handeln und welche medizinischen Maßnahmen du wünschen oder ablehnen würdest, falls du es selbst nicht mehr kannst.

Informationen sowie kostenlose Formulare und Textbausteine findest du auf der Webseite des Bundesjustizministeriums.

Gestalte mit: Deine Erfahrungen sind gefragt!

Was beschäftigt dich in deinem Alltag? Verrate es uns und hilf aktiv mit, das Angebot für COPD-Patienten zu verbessern. Wir freuen uns über eine Nachricht von dir an

Sophie Klünemann 
PR-Agentur Borchert & Schrader – im Auftrag von GSK 
Hinweis: Der Kontakt ist unverbindlich. Selbstverständlich werden alle deine Angaben streng vertraulich behandelt.

NP-DE-CPU-WCNT-250015, Okt25