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Was ist COPD

Auslöser und Risikofaktoren einer COPD

Kennst du das häufigste Vorurteil über COPD? COPD kommt vom Rauchen! Rauchen ist zwar ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung, doch bei weitem nicht der einzige. Die Entstehung der Erkrankung ist deutlich komplexer. Nicht jeder COPD-Betroffene hat geraucht – und nicht jeder Raucher bekommt COPD.

„Ich hab‘ das dann immer abgetan als ‚wieder mal zu viel geraucht.“
Patient mit COPD

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (kurz COPD) wird in der öffentlichen Wahrnehmung eng mit dem Rauchen verbunden. Das Stigma, man habe die Erkrankung dadurch selbst „verursacht“, sitzt tief – und es trifft. Die Scham und mögliche Schuldgefühle sind hoch. Wichtig: niemand ist an einer Erkrankung „schuld“. 

COPD ist zu komplex, um die Entstehung auf allein eine Ursache zu reduzieren. Dennoch ist es wichtig, mögliche Faktoren zu kennen, um das Risiko für COPD von vornherein gering zu halten oder für frühe Symptome wachsam zu sein. 

 

Komplexe Erkrankung – vielfältige Auslöser

Bei COPD handelt es sich um eine Sammelbezeichnung für chronische Erkrankungen der Atemwege. Grundlegende Ursachen sind eine anhaltende Entzündung der Atemwege und eine fortschreitende Verengung der Bronchien. Dadurch wird die Lungenfunktion zunehmend eingeschränkt. Es gibt viele Auslöser, die die Entstehung von COPD begünstigen können.

Dazu zählen beispielsweise:1

Icon Zigarette

Rauchen
(aktiv und passiv)

Icon DNA-Strang

Genetische Faktoren

Icon Arbeitshelm

Berufsbedingte
Risiken

Icon Lunge Infektion

Atemwegsinfektionen
in der Kindheit

Erfahre mehr über die unterschiedlichen Risikofaktoren. Klicke auf die untenstehenden Begriffe.

  • Rauchen

    Tabakkonsum ist einer der wichtigsten Risikofaktoren der COPD. Der Rauch schädigt die Lunge auf unterschiedliche Weise. Zum einen wird die Selbstreinigung der Atemwege gestört, zum anderen nimmt die Leistungsfähigkeit der Lunge ab. Zusätzlich kann Rauchen die Entstehung von chronischen Entzündungen begünstigen. Auch das Immunsystem wird beeinträchtigt, sodass die Gesundheit der Lunge deutlich reduziert wird. Der Griff zur Zigarette sollte daher im Idealfall nicht nur eingeschränkt, sondern komplett vermieden werden. Dafür ist es nie zu spät! Reduziere jetzt dein Rauchen, um das Fortschreiten der Erkrankung einzudämmen und gesundheitliche Beschweren zu minimieren. Erfahre hier mehr.  

    Du suchst Unterstützung bei der Raucherentwöhnung? Hier findest du Hilfe: 

  • Passivrauchen

    Wusstest du, dass Passivrauchen ebenso schädlich für die Gesundheit ist wie aktives Rauchen?  Tabakrauch aus der Umgebung ist ein ernstzunehmender Risikofaktor für COPD. Der Rauch, der von einer Zigarette in die Luft abgegeben wird, enthält manche Schadstoffe sogar in höherer Konzentration als der Rauch, den Raucher direkt inhalieren. Die ernsten Folgen belegen auch offizielle Schätzungen für Deutschland: Jährlich versterben hierzulande rund 4.000 Nichtraucher an den Folgen des Passivrauchens – darunter etwa 900 an COPD.2

    Diese Zahlen unterstreichen, wie wichtig eine rauchfreie Umgebung für den Schutz der Lungengesundheit ist – sowohl für die eigene Gesundheit als auch für die der Mitmenschen.

  • Familiengeschichte

    Es gibt eine genetische Stoffwechselerkrankung, bei der ein bestimmtes Eiweiß nicht richtig oder nicht in ausreichender Menge gebildet wird. In diesem Fall sprechen Ärzte von einem „Alpha-1-Antitrypsin-Mangel“ – ein schwieriger Begriff mit schweren Folgen. Denn fehlt dieser Stoff, können bestimmte Vorgänge im Körper nicht richtig ablaufen. Auf Dauer kann dabei das Lungengewebe in Mitleidenschaft gezogen werden. Diese Erkrankung kann vererbt werden und gilt als ein möglicher Risikofaktor für COPD. 

  • Berufsbedingte Staub-, Chemikalien- und Gasexposition

    Luft, die wir einatmen, kommt in unsere Lunge. Je mehr diese mit Schadstoffen angereichert ist, umso negativer wirkt sich diese daher auf die Lungenfunktion aus. Menschen, die berufsbedingt über lange Zeiträume und wiederkehrend einer hohen Schadstoffbelastung durch u.a. Gase, Dämpfe oder Staub ausgesetzt sind, haben daher ein erhöhtes Risiko, eine COPD zu entwickeln.

  • Atemwegsinfektionen in der Kindheit

    Häufige Atemwegsinfektionen in der Kindheit können im Erwachsenenalter ebenfalls zu Problemen mit den Atemwegen führen. Vor allem, wenn sie wiederkehrend schwer verlaufen sind, kann die Lungenfunktion reduziert sein. Daraus kann sich im Laufe des Lebens eine COPD entwickeln.

  • Wenn das Immunsystem verrücktspielt

    Das Immunsystem spielt eine wesentliche Rolle bei der Entstehung und im Verlauf der COPD. Es ist geschwächt und die stetige Auseinandersetzung beispielweise mit Schadstoffen führt dazu, dass die Abwehrzellen aktiviert werden. Diese greifen jedoch fälschlicherweise auch das gesunde Lungengewebe an, sodass es zu schweren chronischen Entzündungen kommen kann.3 Diese Entzündungen können in drei Arten unterschieden werden: Typ-1-, Typ-2- und Typ-3-Entzündung. Die sogenannte Typ-1/3-Inflammation und die Typ-2-Inflammation sind die häufigsten Entzündungsformen bei der COPD. Welche genau vorliegt, muss durch einen Labortest herausgefunden werden. Dies ist wichtig, da sich die Behandlung je nach zugrundeliegender Entzündung unterscheidet. Die Messung der Typ-2-Inflammation kann im Blut sehr gut anhand der Eosinophilenzahl durchgeführt werden. Eosinophile werden auch als wichtige Entzündungsmarker bezeichnet.

  • Eosinophile

    Eosinophile Granulozyten (kurz: Eosinophile oder Eos) sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen. Als solche sind sie Bestandteil des angeborenen Immunsystems. Sie werden insbesondere bei allergischen Reaktionen, Parasitenbefall oder Viren und Bakterien aktiv. Darüber hinaus übernehmen sie noch weitere Funktionen, wie beispielsweise Reparaturen im Gewebe oder die Unterstützung des Stoffwechsels. Eine zu hohe Anzahl von Eos führt zu einer übermäßigen Abwehr, sodass Entzündungsprozesse begünstigt werden. 

    Die Eosinophilenzahl kann mit einem einfachen Bluttest ermittelt werden. Wurde dieser Wert im Blut bereits gemessen, ist er eine wichtige Information für den weiteren Behandlungsverlauf. Es ist daher hilfreich, sich den persönlichen Eosinophilen-Wert (kurz: Eos-Wert) zu merken oder zu notieren.

    Das Immunsystem kompakt erklärt

    Du möchtest mehr über die Welt der Entzündungen – vor allem der Typ-2-Entzündung – erfahren? Dann tauche ein in den ImmunKompass. 

    Icon Immunkompass

Die Auslöser und Risikofaktoren der COPD zu kennen und zu verstehen ist grundlegend, um die Erkrankung frühzeitig eindämmen zu können. Je schneller ein Arzt aufgesucht und eine Diagnose gestellt wird, umso besser kann der Verlauf aufgehalten werden. Dafür ist es unerlässlich, mögliche Symptome im Blick zu behalten und Risikofaktoren nicht allein auf das Rauchen zu beschränken. Gehe daher frühzeitig zum Arzt, sobald du Symptome wahrnimmst oder sich diese verschlechtern – unabhängig von deinem persönlichen Risikoprofil. Sicher ist sicher.

Tipp: Du willst dich bestmöglich auf den Besuch bei dem Arzt vorbereiten und eine erste Einschätzung deiner Symptome? Der kostenfreie Symptom-Fragebogen und der Leitfaden für dein Arztgespräch helfen dir dabei. Bereite die Dokumente vor und bringe sie zum nächsten Arzttermin mit.

Bild Fragebogen
Bild Leitfaden

NP-DE-CPU-WCNT-250009, Okt25